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«Vorfahrental» am Anujuss






Der Soloneschenskij Rayon liegt im Südwesten der Al­tairegion. Das Territorium des Rayons befindet sich komplett im Nieder‑ und Mittelgebirge, was die Natur dieser Gegend so abwechslungsreich macht. Da gibt es sowohl Grassteppen als auch Bergwiesen mit ihrer Pflanzenvielfalt. Das höchste Berg im Rayon heißt Budatschicha. Er liegt fast 2000 m über dem Meer.

Der Hauptfluss ist der Anuj. N. K. Rerich schrieb, dass die­ser Fluss zum Gebiet Belowodje (Weißwassergebiet) führt.

Auf dem Territorium des Sloneschenskij Rayons befin­den sich die ältesten Höhlen und die höchsten Wasserfälle der Altairegion.

Das Haus des Urmenschen

Vor vielen Millionen Jahren bedeckte das Wasser des Weltozeans fast die ganze Oberfläche der Erde. Die Felsengestei­ne wurden von den Unterströmungen ausgehöhlt und auf diese Weise bildeten sich Höhlen. Tausende von Jahren vergingen und das Wasser trat zurück, wobei die Kontinente sich vergrößerten. Danach wurden die Höhlen Unterkünfte für unsere Vorfahren.

Solche Höhlen existieren auch auf dem Territorium des Sloneschenskij Rayons. Die bekannteste von ihnen ist die Denis­sows Höhle, die von der UNESCO als archäologisches Denkmal (Weltkulturerbe) eingestuft wurde. Sie liegt an der Grenze zwi­schen dem Sloneschenskij Rayon und der Repiblik Altai.

Ihre Benennung bekam die Höhle am Ende des XVIII. Jahr­hunderts, als sie für viele Jahre als Schutzraum für den altgläu­bigen Einsiedler Dionisius diente. Er war ein Nacheiferer des alttestamentarischen Glaubens. Für die Altgläubigen der nahe­liegenden Dörfer war Dionisius ihr Seelenhirt. Die Altgläubigen (Kershaken) besuchten ihn auch oft in seiner Höhlenzelle, um seinen Segen oder seinen Rat zu bekommen. Die Altaier nen­nen diese Höhle Aju‑Tasch (Bärenstein).

Denisows Höhle und ihr Umland sind eigenartig in Nord‑ und Zentralasien. Die Höhle hat viele archäologische Kultur­schichten aus verschiedenen Epochen: dem Neolithikum, dem Paläolithikum, der Bronzezeit, Eisenzeit, Skythischen Zeit und der Turkvölker, die als Vorfahren der Altaier gelten. In diesen zehntausenden von Jahren hinterließen die Menschen sechs Meter große Schichten der Abfallprodukte ihrer Lebenstätig­keit. Im Schnitt sind deutlich 22 Kulturschichten zu sehen, von denen jede einer Lebensperiode der Höhlenmenschen ent­spricht. Die Funde der Denissows Höhle belegen noch einmal, dass das Altaigebirge und das anliegende Territorium ein Bin­deglied zwischen dem Osten, Zentralasien und dem Mittel­meerraum waren.

Die Kulturschichten in der Höhle enthalten verschiede­ne Stein‑ und Beinwerkzeuge, Schmuck aus Tierbein und ‑zahn, Scherben aus Keramikgeschirr, bronzene und eiserne Rüstungs­teile sowie zahlreiche Knochen der Zoolithen (Höhlenhyänen, Bären und Mammute), Reste von alten Pflanzen und andere naturwissenschaftliche Öbjekte. Diese Materialien helfen, die Hauptgesetzmäßigkeiten der Urkulturentwicklung, der Flora in der Umgebung, die Wirtschaftsart und die Lebensbedingun­gen des alten Altaigebirges zu bestimmen.

Die Ausgrabungen in Denissows Höhle haben eine gro­ße wissenschaftliche Bedeutung. Hier wurde die genaue chro­nologische Reihenfolge der Entwicklung und der Kulturwechsel von der Epoche des jungen Neolithikums bis zur ethnographi­schen Gegenwart festgestellt. Es ist bewiesen, dass sich Nean­dertaler ausgerechnet in diesen Orten niederließen, bei denen sie vor Gletscherkälte sicher waren. Eine Reihe von Funden be­liegt die Wichtigkeit des Altai für den Bereich der Menschheits­entstehung.

Denissows Höhle hat auch eine interessante natürliche Struktur. Malerische Landschaften, ungewöhnliche Naturobjek­te machen diese Orte für Touristen attraktiv. Die reine Gebirgs­luft, die Pflanzenvielfalt und das klare Wasser sorgen für schnel­le Genesung und Harmonie mit sich selbst und der Welt.

Am Anfang der 1990‑er Jahre stand schon eine kleine archäologische Stadt neben der Höhle, die wohl zum ersten Zentrum des berufsbedingten Fremdenverkehrs in der Altai­region wurde. Außer dem Besuch dieser Höhle sind Exkursio­nen in der vielschichtigen Siedlung Karama zu empfehlen, die eines der ältesten archäologischen Denkmäler Russlands dar­stellt. Sie befindet sich am linken Ufer im Anujatal etwa 3 km flussaufwärts von der Einmündung des Flusses Karama. Das Al­ter dieser Siedlung des jungen Paläolithikums datiert sich auf mehr als 600 000 Jahre.

Die Wasserfälle des Flusses Schinok

Mächtige Felsblöcke erstrecken sich wie Steinwälle. Sie liegen eng nebeneinander und man sieht kein Ende von ihnen in der Weite. Sie gehen in dem blauen Nebel verloren.

Die Natur des Schinokflusses bewundern alle und so‑gar Eingesessene sind immer noch von dieser märchenhaf­ten Schönheit begeistert. Die Gebirge, die das Tal einrahmen, verändern sich je nach den Wetterverhältnissen, der Zeit und dem Einfallswinkel des Sonnenlichtes. Der Fluss Schinok wallt, seine kleine Bäche und Nebenarme bezaubern mit ihrem Rau­schen der Stromschnellen. Tannen‑, Lärchen‑ und Birkenwäl­der ändern ihre Farbe in den verschiedenen Jahreszeiten und tun dem Auge wohl. Irgendwo weit weg geht der Schnee am Gipfel ins Blau des Himmels über. Diejenigen, die einmal hier waren, wollen diese Gegend mit ganzem Herzen noch einmal unbedingt aufsuchen, um wieder diese natürliche unverän­derte Schönheit zu finden und ihre positive Energie und Kraft zu spüren.

In der Mitte des Schinoktals liegt die natürliche Hauptse­henswürdigkeit: die Wasserfallkaskade im Oberlauf des Flusses.

Die Wasserfälle sind etwas Besonderes. Der höchste Was­serfall von Schinok ist gleichzeitig der größte in der Altairegion. Der Fluss Schinok hat die größte Wasserfallanzahl in der Regi­on. Die schöne Gebirgslandschaft im Umland des Wasserfalls unterstreicht ihre Pracht.

Diese natürliche Vielfalt macht das Einzugsgebiet des Schinok zu einem einzigartigen Naturdenkmal. Seit dem 26. April 1999 ist die Wasserfallkaskade auf dem Fluss Schinok Na­turschutzgebiet und liegt in der Verantwortung des staatlichen Ökoausschusses der Altairegion. Die Fläche des Schutzgebie­tes beträgt 5675 ha.

Der erste große Wasserfall befindet sich etwa 13 km weit von der Mündung entfernt und besitzt einen steilen Ab­fluss, der Höhenunterschied beträgt 10 m. Der zweite liegt 500 m weiter und ist sehr malerisch: der Strom fällt aus einer Höhe von 28 Metern herunter, wobei er eine Wolke aus Was­sertröpfchen bildet.

Schließlich ist der höchste Wasserfall in der Altairegion 72 m hoch. Die hiesige Bevölkerung nennt ihn Sedoj (Graue). Im Talboden vor diesem Wasserfall sind große Rollsteine ver­streut. Die Bergabhänge sind mit dem Bergschutt bedeckt, der oft flusswärts herunterfällt.

Wenn man im Tal unterwegs ist, kann man seinen Durst aus dem Fluss löschen. Das Wasser ist klar und trinkbar. Es ist nach seinem Bestand einem mineralienreichen Quellwasser ähnlich.

Die Nähe der Wasserfallkaskade (20 km) von Denissows Höhle (einem schon bekannten Naturdenkmal) macht dieses Rayon besonders interessant für Touristen.

Die Feiertage des Soloneschenskij Rayons

Das Sloneschenskij Rayon verfügt über das nötige Po­tenzial für die Tourismusentwicklung. Die erfolgsträchtigs­ten Tourismusarten sind zur Zeit der Ökotourismus (Öko­touren im Naturschutzgebiet „Wasserfallkaskade des Flusses Schinok”), lehrreiche Touren (Exkursionen zu den Siedlun­gen der Urmenschen), Kuraufenthalte (Heilanstalt der Phy­totherapie und Maralhirschgeweihextraktherapie) sowie eth­nischer Tourismus.

Die Bewohner des Rayons bewahren ihre Traditionen. Ein Element des Tourismus, das einem Feiertag oder einer gro­ßen Veranstaltung gewidmet ist, wird das Folklorenfestival, das dem Tag der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist. Viele Traditi­onen sind damit verbunden: die Birke mit den Bänden „schmü­cken”, Kränze binden und sie in den schnellen Fluss werfen, einen Reigen tanzen, Gorelki spielen oder sogar über das Feuer sprin­gen, um die russische Natur, Menschenliebe und gute Volkstra­ditionen zu ehren.

Der Rayon hat einige Hotels, Touristencamps („Lesnaja Skaska” („Waldmärchen”), „Neopant‑Le Tour”, „Otrada” („Weide”), „W Doline Anuja” („Im Anujflusstal”), „Tschilik”). Auf dem Territo­rium des Rayons sind einige touristische Touren und kurze Wo­chenendtouren geplant.

Immer beliebter wird eine Tourismusart wie Tourismus auf dem Land. Sie wird erst seit den letzten Jahren angeboten.

Touristen besuchen Maralhirschzuchtfarmen gern. Es gibt vier solche Farmen im Rayon, wo Maralhirsche und Sikahirsche gezüchtet werden. Hier kann man Heilbäder mit Maralhirschex­trakt nehmen. Solche Dienstleistungen oder Phytotherapie wer­den in fast allen Touristencamps und Touristenlager angeboten, so dass die Touristen die Farmen nicht nur wegen der Bäder be­suchen. Wenn man Glück hat, kann man mit großem Vergnügen schöne Tiere fast unter natürlichen Bedingungen beobachten.

Eine eindrucksvolle und unvergessliche Schau ist der Fei­ertag des Pferdesportes im Dorf Soloneschnoje. Bei der Vieh­zuchtfarm „Medwedewskij” gibt es neben den gewöhnlichen Melkkühen, Maralhirschen und Sikahirschen auch Zuchtpferde: Orlow‑Traber und russisches Kaltblut. Eine echte Rasse der Or­low‑Traber ist mit einer Urkunde auszuweisen. Die Pferde neh­men an den regionalen Rennen teil und haben sie mehrmals gewonnen. Der Pferdesportfeiertag in der südostlichen Zone in der Altairegion, der nicht in der hauptstädtischen Rennbahn zwischen der Plattenbauten stattfindet, sondern im Freien von den bewaldeten Bergen umgeben, ist nicht nur Hasardschau, sondern eine besonders schöne Veranstaltung und lockt hun­derte von Besuchern an.

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