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Meine Heimat… Ich lebe mit dem Gefühl, dass ich einmal in meine Heimat für immer zurückkehre. Es kann sein, dass ich sie brauche, um ständig eine gewisse Sicherheitsreserve für mein Leben in mir zu fühlen — es gibt immer ein Ort, wohin man zurückkehren kann, wenn es unerträglich wird (wenn man nicht länger aushalten kann) … Ich denke, dass dem Russen in Vielem der Gedanke daran hilft — es gibt immer noch etwas, wohin er sich zurückziehen kann. Dort kann er eine Pause machen und sein Herz in die Hand nehmen.
Die einen meinen, dass alle Nebenarme des Katunflusses bei diesem Dorf zusammenfließen. Die anderen glauben, dass sich an dieser Stelle die Tschujskij Bundesstrasse und der Fluß vereinigen. Es gibt aber in Srostki etwas Größeres. Jeder deutet es auf seine eigene Weise, aber Hunderttausende Menschen halten nach ihrem ersten Besuch dieser Gegend das Dorf für ihre eigene Heimat.
Die Wallfahrt zu Schukschins Heimat begann sofort nach seinem Tod. Fast alle Zeitungen und Zeitschriften beschrieben die schöne Gegend von Srostki und die guten Menschen, Prototypen der handelnden Personen in den Erzählungen von Wassilij Schukschin. So ziehen die Leute in die Altairegion, um anzuschauen und zu verstehen, was dort ist — die von Schukschin besungene Gegend und ihre Bewohner. 1978 wurde das Museum des bekannten Landsmannes im Dorf eröffnet. Das Haus beim Piket‑Hügel war so‑fort bei den Besuchern sehr beliebt. Das hölzerne Schulgebäude von Srostki, in dem Wassilij Schukschin das Abitur gemacht hatte und sogar eine Weile unterrichtete, wurde das Hauptgebäude und Aufbewahrungsort von tausend Exponaten. Im breiten Schulkorridor finden fast immer Ausstellungen statt. Für viele Maler aus Moskau ist es eine Ehre, ihre Werke in Srostki ausstellen zu dürfen.
Die Ausstellungsgegenstände sind aber hier nicht das Wichtigste. Hier scheint die Malerseele anwesend zu sein. Es ist unmöglich, sie nicht zu bemerken. Als erste sorgen dafür die Mitarbeiter des Museums. Die erste Direktorin war Daria Iljinitschna Falejewa. Sie war Bibliothekarin, die Schukschin einmal Bücher über Kinos gab. Als Schukschin sich zum ersten Mal filmen ließ, war sie es, die Treffen mit ihm im Kino „Katun”organisierte. Diese Tradition setzt die heutige Direktorin und verdiente Kulturschaffende Russlands Lidia Alexandrowna Tschudnowa fort.
Sehr oft besuchte Schukschins Schwester Natalia Makarowna Sinowjewa das Museum und machte manchmal selbst Führungen. Sie verschenkte fast alle Sachen, die den bekannten Bruder betrafen. Heute helfen ihre Kinder Sergej und Nadeshda dem Museum. Die direkte Verbindung bleibt somit erhalten.
„In dieser Gegend spürt man sofort die natürliche und echte Liebe zur kleinen Heimat, mit der Russland beginnt”. Das ist nur eine der tausend Liebeserklärungen aus den zahlreichen Bänden über das Museum. Bedeutende Namen sind in diesen Büchern zu finden — Viktor Astafjew, Georgij Shshenow, Jurij Lushkow, Lew Durow, Wladimir Putin und der Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexij II.
Es ist schwierig, heute im Dorf die Alteingesessenen zu finden, die Schukschin aus der Schule kannten, aber das Verständnis der Zugehörigkeit und zur Größe seines Landsmannes haben alle. Das Dorf wird größer, 1999, als Schikschin 70 Jahre alt geworden wäre, erhielt das Museum den Status der Allrussischen Gedenkstätte unter Denkmalschutz. Das bedeutet, dass viele Strassen des Dorfes unter Denkmalschutz stehen. Sie dürfen ihr Gesicht nicht ändern. Das ist nicht einfach, aber das Museum löst diese Aufgabe. Kamuschki (Steinstelle), Popowskij Ostrow (Popowsinsel), Baklan, Piket‑Hügel und andere Lieblingsorte vieler Generationen der Srostkibewohner bleiben unangreifbar. Sogar das großartige Schukschin‑Denkmal am Piket‑Hügel, das von dem Volksmaler Russlands Wjatscheslaw Klykow errichtet wurde, konnte harmonisch in die Landschaft integriert werden.
Zu jeder Jahreszeit ist Srostki stark besucht. Schukschin zieht die Besucher wie ein Magnet an. Jung und alt kommt her, die die Bücher von Schukschin gelesen, ihn persönlich getroffen haben oder erst kennen lernen wollen. Neulinge sind ein besonderes Besucherpublikum. Die Museumsführer können innerhalb einer Stunde so faszinierend über den Schriftsteller erzählen, dass junge Leute nach der Rückkehr zu Hause unbedingt in die Bibliothek gehen, um seine Bücher zu lesen…
Die wissenschaftliche Arbeit der Gedenkstätte geschieht ununterbrochen. Es wurden zwei ausführliche Artikelsammlungen „Schukschinskij Westnik”herausgegeben, das Museum hat außerdem eine Reihe von Veröffentlichungen in vielen Druckerzeugnissen herausgebracht, verfügt über eine Internetseite und steht in einem aktiven Briefwechsel mit seinen Interessenten.
Etwa zehn Veranstaltungen organisiert das Museum pro Jahr, aber die bedeutendsten waren und sind Schukschins Tage im Altai. Eben in Srostki, auf dem Piket‑Hügel, findet das Hauptereignis dieser Tage statt. Hier werden die Kulturschaffenden ausgezeichnet, hier reden die besten Menschen des Landes über das, was sie im Innersten bewegt.
Das Jahr 2009 wurde als das Schukschins im Altai erklärt. Mitte Juli änderte die Mittelschule ihren alten Namen und wurde nach ihm benannt. Das Museum erhielt einen neuen Speicherraum mit einem guten ausgestatteten Kinoraum. Die Errichtung des Tempels der Märtyrerin Katharina war beendet. Das ist die genaue Kopie des einmal zerstörten Baues. Das alles ist nur ein kleiner Teil von dem, was für das Jubiläumsjahr geplant wurde. Neue Bücher des prominenten Landsmannes und neue Forschungsarbeiten wurden veröffentlicht. Das Museum besitzt jetzt neue Stände. Aber immer noch fließt erhaben der Katunfluß vorüber, ruhig schaut vom Piket‑Hügel aus der bronzene Wassilij Schukschin aufs Dorf herab und das Museum empfängt seine (n) millionsten Besucher (in). Vielleicht könnten Sie es sein…















