Seit frühesten Zeiten gehörte die Altairegion zum Gebiet der bedeutendsten historischen Entwicklungen und der Herausbildung einiger sibirischer Völkerschaften. Viele archäologische Denkmäler der Region wurden in der Wissenschaft weit bekannt (die Denissow‑Höhle, der archäologische Komplex „Zarskij Kurgan”(„Zarenhünengrab”) im Tal des Flusses Sentelek und andere).
Das Territorium, auf dem unsere Region heute liegt, begannen die Russen um die Wende der XVII. bis zum XVIII. Jahrhunderte zu besiedeln. Die Erschließung beschleunigte sich, als zum Schutz gegen die Dschungaren, ein kriegerisches Nomadenvolk, zwei Festungen — die von Belojarsk (1717) und die von Bikatun (1718) — angelegt worden waren. Der Nordkrieg gegen Schweden schuf Russland eine Reihe von Problemen, eines davon war die Gewinnung eigener Metalle und vor allem Kupfer, das für die Herstellung von Kanonen, die Münzprägung und die Glockengießereien notwendig war. Es musste dazu unter Peter I. auf die eigenen Naturressourcen zurückgegriffen werden. Zu diesem Zweck entsandte man Suchkommissionen in den Altai. Die Altairegion war von jeher für die Metallgewinnung bekannt, wovon die so genannten „Tschudskie Kopi” („Tschudskie Bergwerke”) zeugen. Als Entdecker des Kupfervorkommens im Altai gelten mit Recht Vater und Sohn Kostylow. Ihre Fundstellen machte sich der Unternehmer Akinfij Demidow aus dem Uralgebiet zunutze. Außer dem Erzvorkommen war der Altai durch dicke Kiefernwälder und zahlreiche Flüsse bekannt. Es gab also alle Vorbedingungen für die Entwicklung der Bergbauindustrie in der Region.
Am 21. September 1729 begann das erste Werk der Altaier Metallurgie zu arbeiten — das Kolywano‑Woskressensker Werk. Dank Demidow wurde im Altai die Bergbauindustrie geschaffen, die sich auf die Fronarbeit der Bauern und Handwerker stützte.
Die Bodenschätze des Altai waren wegen der großen Silbervorräte bekannt. Über Demidows Silber begeistert, entsandte Zarin Jelisaweta Petrowna eine Sonderkommission mit Beer an der Spitze in den Altai. Als Ergebnis wurde der Altai laut laut dem Befehl ab 1. Mai 1747 der Altai zum persönlichen Eigentum der russischen Zaren. In der ersten Hälfte des ХIХ. Jahrhunderts stand der Altai bei der Silbergewinnung bereits an erster Stelle in Russland, an zweiter Stelle bei der Kupfer‑ und an dritter Stelle bei der Goldgewinnung. Somit hatte sich der Altai zur zweitgrößten Industrieregion im Osten des Landes, nach dem Uralgebiet, entwickelt.
Im reformierten Altai entwickelte sich vor allem die Goldgewinnung. Die bedeutendsten Unternehmen in der Goldgewinnungsindustrie waren „Altaiskoe solotopromyschlennoe delo” („Altaier Goldgewinnungsunternehmen”) und „Jushnoaltaiskoe solotopromyschlennoe delo” („Südaltaier Goldgewinnungsunternehmen”). Am Ende des Jahrhunderts gab es schon 70 Goldfelder und man gewann jährlich bis 100 Pud (1 Pud = 16 Kilo) Gold.
Am Anfang des ХХ. Jahrhunderts rückten in den Vordergrund die Milchviehzucht und die Butterherstellung. Die Altaier Butter wurde nach Westeuropa exportiert. Am Ende des ХIХ. Jahrhunderts zog sich durch den nördlichen Teil des Landkreises eine Strecke der Sibirischen Eisenbahn, und im Jahre 1915 wurde die Altaier Eisenbahn gebaut, die Novonikolaevsk, Barnaul und Semipalatinsk verband. Der Wasserverkehr entwickelte sich ebenfalls.
Die Agrarreform, die von P. A. Stolypin durchgeführt wurde, gab einen Ansporn zu Übersiedlungsbewegungen im Altai, was zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region beitrug.
1917‑1919 trat die Sowjetmacht in die Region ein. Im Juli 1917 wurde das Altaigouvernement mit der Hauptstadt Barnaul gebildet, das bis zum Jahre 1925 existierte.
Von 1925 bis 1937 war das Territorium des Altai ein Teil der Westsibirischen Region und 1937 wurde die Altairegion gegründet.
In der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges übernahm die Altairegion über 100 Betriebe aus den westlichen Gebieten des Landes, darunter 24 Betriebe von Unionsbedeutung. Das veränderte gründlich das wirtschaftliche Image des Altai und regte die Entwicklung seiner Industrie an. Gleichzeitig galt die Altairegion als eine der wichtigsten Kornkammern des Landes, als ein großer Hersteller von Brot, Fleisch, Butter, Honig, Wolle und anderer landwirtschaftlicher Produktion.
Das erste Nachkriegsjahrzehnt war die Zeit der allgemeinen Erschließung der neuen Technologien. Die Wachstumsrate der Industrie in der Region war im Durchschnitt sechsmal höher als die in der Union. Aber das Hauptproblem der Altairegion war das Getreide. Die Lösung wurde in der Neulanderschließung gefunden. 1955 wurde der Altai zu einem der Hauptlieferanten von Weizen in Russland und 1956 brachte man im Altai die Rekordernte von 7, 296 Mio Tonnen Korn ein, wofür die Region mit dem Leninorden ausgezeichnet wurde. Den zweiten Leninorden erhielt die Region im Jahre 1970.
Mit Zentren in den größten Städten wurden Rubzowsko‑Loktewskij, Slawgorodsko‑Blagoweschtschenskij, Sarinsko‑Sorokinskij, Barnaulsko‑Nowoaltaiskij, Alejskij, Kamenskij und Bijskij agrarindustrielle Komplexe gebildet. Die Gorno‑Altaiskaja Autonomie zählte zur Region bis zum Jahre 1991, dann wurde sie als die Republik Altai — das Subjekt der Russischen Föderation — anerkannt.
Im September 2007 feierte die Altairegion ihr 70‑jähriges Jubiläum.





