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Die Wunder von Belokuricha

Der Name „Belokuricha” ist bekannt. Schon zu Sowjetzei­ten war Belokuricha als sozialistischer Kurort im Süden Sibiriens berühmt. Es muss aber zugegeben werden, als wir nach Beloku­richa kamen, waren wir überrascht. Belokuricha blieb, natürlich, der Kurort, aber dem Anschein nach erinnert es eher an einen klassischen europäischen Kurort, so was wie etwa Karlsbad, nur nicht so alt und deshalb modern. In kurzen Worten: Belokuricha kann neben den Kurorten von Sotschi und dem kaukasischen Mineralnyje Wody ebenfalls als Kurort in der Altairegion gelten.

Der Kurort Belokuricha liegt im malerischen Vorgebirge des Altai im Süden des Obtieflandes (Priobskaja Nismennost) an den nördlichen Hängen der Ausläufer des Tscherginskij Bergrü­ckens im Tal des Flusses Belokuricha auf einer Höhe von ca. 250 Meter über dem Meeresspiegel.

Attraktiv macht den Kurort Belokuricha die Verbindung dieser drei Faktoren: die malerische Natur, die Heilkraft des hie­sigen Wassers und die gut entwickelte Infrastruktur für Unter­bringung und Freizeit.

Heiße Quellen im Tal des Flusses Belokuricha waren noch Ende des 18. Jahrhunderts bekannt, als die ersten russischen Siedler im Vorgebirge des Altai erschienen. Dieser Ortsname be­zieht sich auf das „weiße Rauchen”der heißen Quellen (russisch beloje kurenije für weißes Rauchen).

Viel später, in den 40‑60er Jahren des 19. Jh., entdeckten die Bauern die Heilkraft der heißen Quellen bei der Erkrankung der Gelenke und der Haut sowie bei Augenkrankheiten. Die ers­te Meldung über die Mineralquellen von Belokuricha erschien im Jahre 1867 in der Zeitung „Tomskije Gubernskije Wedomosti”. In demselben Jahr wurden eine Holzwanne und ein Blockhaus mit einem Vordach am Quellort gebaut. Und dieses Jahr gilt als Geburtsjahr des Kurorts.

Dieser kleine für Heilbäder geeignete Ort mit Holzbauten verwandelte sich zum heutigen Tag in einen Kurort mit einer Be­völkerungszahl von 14.700 Menschen, mit der entwickelten In­frastruktur und 21 kurörtlichen Einrichtungen, die über eigene moderne Heil‑ und Wellnesskomplexe (500 Plätze) verfügen. Au­ßerdem gibt es auch Hotels und Pensionen, in denen sich etwa 100 000 Menschen im Jahre 2007 erholten.

Die Luft, die erhöhte Mengen an negativgeladenen Ae­roionen enthält, ermuntert und erhöht das Wohlbefinden der Gäste. Ihr Durchschnittsgehalt im oberen Teil des Kurorts und an den Berghängen ist doppelt so hoch wie im bekannten schwei­zerischen Kurort Davos.

Der Kurort spezialisiert sich auf die Therapie und die Vor­beugung von Kreislauf‑ und Nervenkrankheiten, Erkrankungen des Bindesgewebes, der Verdauungsorgane, der Atmungsorga­ne, des Urogenitalsystems, des endokrinen Systems, Stoffwech­sel‑ und Verdauungsstörungen, Krankheiten der Haut und der Unterhaut, Blutkrankheiten, Erkrankungen der blutbildenden Organe und einzelne Immunsystemstörungen, sowie auch auf die Behandlung von Traumen, Vergiftungen und anderer Aus­wirkungen der Außenfaktoren.

Neben der Wellnessindustrie boomt in Belokuricha wie nie zuvor die Freizeit‑ und Unterhaltungsindustrie.

In Belokuricha finden Sie sterneklassifizierte moderne Hotels und Sanatorien, eine sehr große Geschäftspassage, ver­schiedene Restaurants (einschließlich italienischer, mexikani­scher und chinesischer), Nachtklubs, Cafes und Pubs mit ihren eigenen Minibrauereien, Billardclubs und Bowling, den Aqua‑park, russische Banjas und Saunen…

Mit einem Wort ist das ein moderner Weltklasse‑Kurort mit seinen besonderen Perlen.

Im Kurort Belokuricha gibt es das Sanatorium „Rossija”, das Verliebte und Brautpaare aus allen Ecken des Landes be­suchen, um ihre Flitterwochen hier so richtig zu genießen oder einfach mehr Zeit miteinander zu verbringen.

Sein Territorium ist mit Rosen, schönen Blumen und Gebüschen bedeckt, überall finden Sie kleine Springbrun­nen und Teiche, Schaukelbänke und mit Efeu umsponne­ne Lauben. Im Sanatorium kann man die Zeit zu zweit beim Abendessen mit Kerzenschein, im Restaurant, im speziell für Brautpaare ausgestatteten Hotelzimmer verbringen, durch schattige Alleen spazieren gehen, bis in die Morgenstunden in der Diskothek tanzen und die Schönheiten des Altai bei den Ausflügen auskosten.

Zum 140. Geburtstag des Kurortes hat man im Sanatori­um „Rossija”beschlossen, ein ungewöhnliches Geschenk den Be­wohnern und Gästen von Belokuricha zu machen. In einer der gemütlichsten Ecken des Territoriums des Sanatoriums pflanz­te man den „Baum der Liebe”, der sofort zum Wallfahrtsziel der Neuvermählten, Liebespaare und der, die nach langen Jahren des Zusammenlebens den Überschwang der Gefühle sich be­wahren konnten, geworden ist.

Worin besteht der Sinn dieses romantischen Brauchs? An zahlreiche Zweige „des Baums” (er ist aus Metall ange­fertigt) hängen die Paare kleine Schlösser mit ihren Namen, schließen sie, und dann werfen die Leute von der kleinen Brücke aus den Schlüssel in den Teich, der unter dem Na­men „Springbrunnen der Treue” bekannt ist. Die Herzen der zwei einander liebenden Menschen schließen sich zusam­men, und der Schlüssel wird von nun an dort ruhen, wo ihn niemand finden kann…

Vor kurzem wurde auch der Hotelkomplex „Belowodje”, der einzigartig hinter dem Uralgebirge ist, für Gäste geöffnet.

Belowodje, „ein Paradies auf Erden”, war lange Zeit nur eine Le­gende. Jetzt ist der Traum vom glücklichen Leben in Erfüllung gegangen.

Die Kurortzone „Belokuricha”ist ein unabhängiger Stadt­bezirk, der sich über das grüne Tal erstreckt. Besonders ist das gut zu sehen, wenn man ins Gebirge mit der Drahtseilbahn, der einzigen hinter dem Uralgebirge, hinauffährt. Die Gesamtlän­ge der Seilbahnstrecke ist 2.500 Meter, das Gefälle beträgt 500 Meter. Fünfundzwanzig Minuten dauert die Seilbahnfahrt, eine wunderschöne Reise über das Gebirge und den Wald in einen der schönsten Plätze des Kurorts.

Von der Bergstation der Seilbahn erreicht man in nur zehn Minuten zu Fuß den Berg Zerkovka (die „kleine Kirche”). Dort, mitten im Wald, ist eine große Anzahl von malerischen Felsen in bizarren Formen. Aber der Zerkovka ist am bekann­testen. Über die Herkunft des Bergnamens gibt es viele Legen­den, aber höchstwahrscheinlich bekam er seinen Namen wegen seiner Spitzenform, die an die Kuppel einer orthodoxen Kirche erinnert. Auf dem Gipfel ist ein großes Kreuz errichtet, was die Ähnlichkeit mit der Kirche noch verstärkt.

Dabei hat der Zerkovka, der 40 Millionen Jahre lang die Sonnenwärme in sich aufgenommen hat, eine besondere Ener­getik. Im Berg gibt es beispielweise einen Riss, in dessen Nähe sogar starke Kopfschmerzen vergehen.

Der Berg Zerkovka liegt an der Spitze der „Sieben Wun­der”von Belokuricha. Die anderen sechs sind heilsame Luft, Heil­wasser, die obenerwähnte Seilbahn, und von Menschenhand geschaffener Wald an den hiesigen Berghängen, aber es ist un­möglich, über alles ausführlich zu erzählen…

Die für Touristen attraktivsten Saisons in Belokuricha sind die Sommermonate und die Neujahrsferien. Natürlich bleiben der Frühling und der Herbst ruhige Saisonzeiten, aber gute Be­dingungen für Skisport, die Steigerung der Attraktivität von Belokuricha als Ort für Konferenzen, Tagungen und kooperati­ve Veranstaltungen tragen dazu bei, dass sich die Stadt immer mehr in einen Jahreskurort verwandelt.

In letzter Zeit wählen russische und ausländische Wissen­schaftler, Politiker und Geschäftsleute immer öfter Belokuricha als Konferenzort. Dafür wurden fast alle Voraussetzungen erfüllt. Jetzt wird vom „Kongresstourismus”als von einer eigenständigen Branche des traditionellen Tourismus gesprochen.

Als Zentrum des winterlichen Belokuricha gilt der Skikom­plex „Blagodat”, der am Fuße des Berges Zerkovka liegt. Die dor­tigen Pisten sind besonders bekannt und erschlossen (7 Pisten, Länge der Pisten von 950 bis 2600 Meter).

Die Skisaison startet Anfang November und endet Mit­te April.

Der Kurort hat für Skiläufer eine große Attraktivität und als Beweis dafür dient die regelmäßige Durchführung der Etap­pen des Russlandpokals im Skisport.

Belokuricha ist ein Zielort nicht nur für diejenigen, die eine Kur machen wollen, sondern auch für Aktivurlauber. Die Pisten in Belokuricha lassen für Abfahrtsläufer keine Wünsche offen. Darüber hinaus erfreuen sich auch Paragliding, Wande­rungen zu benachbarten Berggipfeln, Fahrten mit Quads und Schneefahrzeugen großer Beliebtheit.

Im Laufe der vergangenen 141 Jahre des Bestehens hat Belokuricha mit einer Holzwanne für Heilzwecke in einem Block­haus bis hin zu einem noblen Kurort von überregionaler Bedeu­tung eine rasante Aufwärtsentwicklung durchlaufen. Und das ist doch ein Wunder.

Belokuricha ist ein allgemeinbalneoklimatischer Kurort. Die einzigartigen Naturheilfaktoren von Belokuricha sind Was­ser, Klima und Luft, die auf den ganzen Körper heilend wirken.

Der wichtigste Naturheilfaktor ist das stickstoff‑, silizium‑ und radonhaltige Thermalwasser aus den natürlichen Quellen von Belokuricha. Es wurde nachgewiesen, dass die heilbare Wirkung des Wassers Alterungsprozesse des Organismus verzögern kann. Als zweiten Naturheilfaktor zählen die Ärzte ein mildes und war­mes Mikroklima: das ganze Jahr über gibt es hier keine großen Themperaturschwankungen, der Sommer ist gemäßigt heiß, der Winter ist sonnig und fast windstill. Bezüglich der Sonnenschein­dauer konkurriert dieser Ort mit den Kurorten der Ukraine, der Krim und des Kaukasus.

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