Die aktive Erschließung der Vorgebirge des Altai durch Russen ist eng mit der Arbeit des bekannten russischen Bergwerkunternehmers Akinfi Demidov verbunden, der Anfang des 17. Jahrhunderts große Bergwerke im Ural besaß. Stephan Kostilev war im Altai auf Kupfererzvorkommen gestoßen, welche die Aufmerksamkeit Demidovs erregten, nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht nur einen hohen Kupfergehalt aufwiesen, sondern auch Silber. Im Jahre 1725 wurde am Fluss Loktevka, in der Nähe von Kolywan, der erste Kupferschmelzofen errichtet. Sehr bald wurde die Kupferhütte in Kolywan groß ausgebaut. Die Nähe zum Siedlungsgebiet der kriegerischen Dschungaren (eine mongolische Volksgruppe), welche durch die Ausbreitung der russischen Hoheitsgebiete aus ihrem traditionellen Lebensraum verdrängt worden waren und die russischen Siedlungen immer wieder überfielen, zwang Demidov jedoch seine Kupferhütten weiter nach Norden zu verlagern. So entstanden Siedlungen an der Stelle der heutigen Stadt Barnaul und der Siedlung Pawlowsk. Entlang der Vorgebirge, aus denen das Erz in die neuen Werke geliefert wurde, wurde die Kolywan- Kuznezk-Abwehrlinie mit Festungen und Vorposten errichtet. Bis heute sind in der Region viele solche Orte erhalten geblieben, an denen der an der Geschichte der Region interessierte Mensch beim Anblick alter Gruben, Deiche und Ruinen von Befestigungsanlagen atemlos verharrt. Im Altai gibt es viele interessante Steine für die Herstellung von Schmuckgegenständen, die weltweit einzigartig sind, und von den Bergleuten noch zu Demidovs Zeiten entdeckt worden waren. Verschiedene Steine, wie Jaspis, Porphyr und Quarze bildeten die Grundlage für die Errichtung einer Schleiffabrik in der Siedlung Kolywan. Das größte Stück, das hier hergestellt wurde, ist die Schale «Kolossal». Heute befindet sie sich in der staatlichen Eremitage von St. Petersburg. Es ist die so genannte «Zarin der Vasen». Sie ist aus einem einzigen riesigen Monolith gearbeitet, der im Steinbruch des Berges Rewnjucha, 50km von Kolywan, geschlagen und von dort zur Schleiffabrik geschleppt wurde. Für ihre Herstellung errichtete man eigens eine Fabrikhalle, in der in 15 Jahren Arbeit dieses 11 Tonnen wiegende grandiose Stück entstand. Als die Vase fertig war, wurde sie auf einer Holzkonstruktion von 120-160 Pferden zum Teil über Land geschleppt, zum Teil auf dem Wasserweg bis St. Petersburg transportiert. In unserer Region erzählt man Gästen immer mit großem Stolz davon, wo sich die eigentliche Heimat der «Zarin» befindet. So ist es kein Zufall, dass diese Vase in das Wappen der Altai-Region einging. Viele weitere Vasen aus Kolywan schmücken heute die Säle verschiedener Museen im In- und Ausland.
Äàòà èçìåíåíèÿ: 22.04.2010 ã.





